Ernten

Ernten ist das neue Zauberwort in meinem Leben. Das bedeutet, Vorhandenes, Umgesetztes wertzuschätzen und ausreichend sichtbar zu machen und nicht in kürzester Zeit schon am nächsten zu werken, sprich neue Samen zu säen. Kennt das jemand? Eine häufige Plage von Kreativen.

Hiermit wird geerntet! 🙂 Der jeweils aktuelle Newsletter wird daher ab sofort auch hier auf meiner Website abrufbar sein. Enjoy!

Zen und die Kunst zu arbeiten

Was ist Arbeit eigentlich? Und was bedeutet im Gegenzug arbeitsfrei? Als meine Auszeit-Phase im Park von einer Sekunde auf die andere vorbei war, hab ich Handarbeiten entworfen, Anleitungen geschrieben, recherchiert, Fotos gemacht und bearbeitet, Preise für E-Books festgelegt, Verkaufsplattformen gesucht. Als Arbeit habe ich es nicht empfunden. Dass es für dieses Tun keine äußere Notwendigkeit und keine Deadline gab, mag eine Begründung sein. Die andere liegt meiner Meinung nach im völligen Aufgehen in einer Sache, von der man gerade begeistert ist, in die man versunken ist.

Und da fiel mir Bernard Glasmans Buch „Anweisungen für den Koch“ gerade zur rechten Zeit in die Hände. Der Zen-Praktizierende verwendet dabei die Analogie des Kochens für die Zubereitung des Lebens-Mahls und damit auch der Arbeit. Ich fand diese Analogie großartig: welche Zutaten wählt man für sein Leben? Wie bereitet man sie zu? Wie macht man Feuer? Säubern nicht vergessen und den Tisch hübsch decken, sorgsam mit Ressourcen umgehen.
Dieses Zitat hatte es mir besonders angetan: „Wenn wir vollständig auf unsere Arbeit konzentriert sind, gibt es für uns kein Ziel. Wir denken oder sagen dann nicht: „Wann ist diese Arbeit zu Ende? Oder: Ich arbeite, um Geld zu verdienen. Wir arbeiten einfach und befinden uns dabei völlig im gegenwärtigen Augenblick. Bei dieser Art zu arbeiten vergeuden wir keine Energie, indem wir uns Sorgen darüber machen, was wir in der Vergangenheit eigentlich alles hätten tun sollen, oder darüber, was wir in der Zukunft alles tun könnten. Wenn wir so arbeiten, macht uns die Arbeit nicht müde, sonder wir gewinnen durch sie zusätzliche Energie und geistigen Frieden.
Ja, genau das hatte ich empfunden nach meiner Auszeitphase unterm Baum.

Urlaub, so viel man will?

Virgin-Chef Richard Branson hat vor kurzem mit der Aussage aufhorchen lassen, seine MitarbeiterInnen könnten in Zukunft Urlaub nehmen, so viel und wann sie wollen. Dass der erfolgreiche Geschäftsmann nicht nur aus Selbstlosigkeit so agiert, scheint auch klar. Denn seine Einschränkung lautet, dass das nur gelte, wenn sie mit allen Projekten auf dem Laufenden seien. Das Angebot richtet sich außerdem nur an eine überschaubare Gruppe an MitarbeiterInnen in England und USA. Auf seinem Blog kann man etwa lesen, dass viele Virgin-MitarbeiterInnen in Australien nie Urlaub nehmen können, wann sie wollen.
Aber die Frage ist, worauf wir unsere Lampe richten. Was beleuchten wir? Das was dabei nicht funktioniert oder nicht klappen könnte oder das, was positiv ist. Dass ein erfolgreicher Geschäftsmann findet, Auszeitangebote könnten seine MitarbeiterInnen motivieren und gut fürs Geschäft sein, sehe ich persönlich jedenfalls als positives Signal. Denn damit ist ihm offenbar klar, dass Arbeiten bis zum Umfallen keine angesagte und gewünschte Arbeitskultur ist. Und auch kein geschäftliches Erfolgsrezept.
Quellen: Spiegel online, Virgin

Licht anknipsen

Anita Moorjani beschreibt in ihrem Buch „Heilung im Licht“ ihre Nahtoderfahrung, nach der sie von Krebs im Endstadium geheilt wird. Dabei verwendet sie für das irdische Leben das Bild einer großen dunklen Lagerhalle, die man mit einer kleinen Taschenlampe betritt, und dass man nur wahrnimmt, wohin man mit diesem kleinen Licht leuchtet. In der Welt, die sie bei ihrem Nahtod betritt, geht hingegen ein gigantischer Lichtschalter an, und sie hört Töne, die sie noch nie gehört hat, und sieht Farben, die sie noch nie gesehen hat. „Sie begreifen, dass das, was Sie bisher für Ihre Realität hielten, in Wirklichkeit nicht viel mehr als ein Fünkchen jenes unermesslichen Wunders ist, das Sie umgibt,“ schreibt sie.
Mir ist klar, dass meine Anknüpfung ein bisschen gewagt ist, kann es aber dennoch nicht lassen: Mich hat diese Metapher auch an die Intention meiner Coachings erinnert: etwas dazu beitragen zu wollen, dass ein größerer Lichtschalter angeknipst wird im Leben meiner KundInnen. Auf dass mit neuen Perspektiven/einem neuen Lichtstrahl Neues, bis dato Verborgenes gesehen werden kann. Und ja, ich weiß, nicht der Lichtschalter möge größer sein, sondern das Licht. Mut zum unperfekten Schreiben 🙂

Dieses Buch hat mich sehr inspiriert, vor allem durch die Grundbotschaft, das wichtigste im Leben sei, man selbst zu sein und sich nicht für Andere zu verbiegen. Der englische Titel „Dying to be me“ drückt dies auch sehr gut aus.

 

Mehr In-Zeit 

Eine längere berufliche Auszeit, um wieder aufzutanken, seine Träume zu leben, neue Perspektiven zu gewinnen. Das kann einmal die Lösung sein, vielleicht zwei Mal, aber es kann keine Dauereinrichtung sein. A la longue geht es darum, die „In-Zeit“ so zu gestalten, dass man nicht ausbrennt. Dass man nicht das Gefühl hat, das, was eigentlich wichtig ist, geht sich nicht aus.

Wie bekommt man nun mehr von dieser nährenden Zeit? Claudia Langer, Gründerin der Plattform www.utopia.de, einer Plattform für weltverändernden Konsum, sagt dazu in einem Interview in Brigitte Woman: „Wir sollten über die Zeit als neues Statussymbol nachdenken. Ich mache zum Beispiel Telefonkonferenzen und habe, auch dadurch, 80 Prozent meiner beruflichen Reisen reduziert. Seitdem habe ich vielmehr Zeit für die Familie, aber auch für meinen Garten.“ Eine interessante Möglichkeit, finde ich.

Und wie können Sie in Ihrer In-Zeit mehr Zeit für das für Sie Wesentliche schaffen? Was ließe sich weglassen, was nicht wichtig ist? Was kürzen, streichen, straffen? Womit verzetteln Sie sich?

Pfuuh! Was für eine Form von Auszeit!

So hat sich die Hirnforscherin Jill Bolte Taylor ihre Auszeit bestimmt nicht vorgestellt. Denn die amerikanische Wissenschaftlerin, die sich aufgrund der Schizophrenie ihres Bruders auf Hirnforschung spezialisiert hatte, erlitt vor 15 Jahren selbst einen Hirnschlag und konnte am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, wenn die rechte Gehirnhälfte ausfällt. Sie konnte weder sprechen oder gehen noch sich an ihr vergangenes Leben erinnern. Es hat acht Jahre gedauert, bis sie wieder ganz hergestellt war. Ihre Erfahrungen und die neuen Perspektiven, die diese unfreiwillige Auszeit eröffnet haben, hat sie im Buch „Mit einem Schlag“ festgehalten.
Im übrigen passiert es relativ häufig, dass eine Krankheit eine Auszeit nach sich zieht. Ebenso häufig stellt sich im nachhinein heraus, dass die Sehnsucht nach einer Auszeit bzw. einem Perspektivewechsel im Grunde innerlich schon vorhanden war. Ich empfehle gesündere Varianten, eine Auszeit anzugehen!

Vom Banker zum Trommler

Oberschenkelhalsbruch, 18 Monate später Burnout begleitet von zwei Bandscheibenvorfällen, Bewegungsunfähigkeit der linken Hand, chronische Schmerzen, immer stärkere Schmerzpulver. Körperlich und psychisch am Boden, stieg der Burgenländer Hermann Hobauer mit 42 Jahren aus seiner Bankkarriere aus, ging in sich und entdeckte das Trommeln als erfolgreiche Therapie.
Das Trommeln, das ihn wieder ins Lot gebracht hat, betreibt er seitdem auch beruflich: er trommelt nun mit Kids, ManagerInnen oder PädagogInnen.
www.power-drums.com

Burnout-Prophylaxe: Auszeit vom Kopf

Hand aufs Herz: wann haben Sie zuletzt Marmelade eingekocht, Risotto gerührt oder einfach nur Nüsse geknackt? Was Ihnen dabei entgeht, wenn Sie den Händen kein „Futter“ geben, zeigt der Film „How to cook your life“ von Doris Dörrie sehr anschaulich.

Zen-Koch Edward Espe Brown sagt darin: „Wir machen nichts mehr selbst, weil Maschinen es angeblich besser können. Und angeblich erspart es uns Arbeit. Unsere Hände zu benutzen, Brot zu kneten, Dinge zu berühren, zu riechen. All das lassen wir uns nehmen. Wie sollen wir uns da lebendig fühlen?“ Und er weist darauf hin, dass in den Handflächen eine Menge Akupunkturpunkte liegen, die beim Kochen aktiviert werden. Ein Zusammenhang, an den ich bis jetzt noch nie dachte.

Und ich finde ja, etwas mit den Händen zu tun ist eine hervorragende Burnout-Prophylaxe.

Früchte einer Auszeit: Blog „escape the city“

Zwei Jung-Unternehmensberater in London – erfolgreiche Karriere vorprogrammiert, dickes Gehalt inklusive – schmeißen ihre Jobs und suchen nach einer Arbeit, die sie erfüllt, und gründen die „Aussteiger-Plattform “ Escape the city.

Ursprünglich als Blog, um über ihre eigenen Ausstieg-Erfahrungen zu berichten, gedacht, wird die Plattform schon bald von Tausenden Ausstiegs- oder besser gesagt Umstiegs-Willigen gestürmt.
Da ist vom Buchhalter zu lesen, der sich nun dem geliebten Wein widmet, oder von der Marketingfachfrau, die zur Illustratorin wird.
Quelle: www.derstandard.atUnd wie ist das bei Ihnen? Wie sehr zählt die Leidenschaft in Ihrem Job? Haben sie die? Wollen Sie mehr davon? Eine Auszeit kann hilfreich sein, um die Leidenschaft in Ihnen wieder nach oben zu spülen.