Auszeit und Arbeit

„Ein Schreibtisch im Paradies“ betitelt die New York Times treffenderweise ihren Artikel über einen neuen Trend, Urlaub und Arbeit zu verbinden. So genannte Coworking Camps oder Workation Retreats sprießen anscheinend gerade wie die sprichwörtlichen Schwammerl aus dem Boden, und zwar inmitten herrlicher Landschaften in Gran Canaria, Türkei oder auch außerhalb Berlins, um nur einige zu nennen. An inspirierenden Orten steht Infrastruktur zum Arbeiten zur Verfügung, ebenso wie Menschen zum Austauschen. Und Ruhe, um abzuschalten und sich zu entspannen.
Interessant finde ich diesen Trend, denn er verbindet die Welten, die à la longue verbunden gehören aus meiner Sicht. Denn wer seine Arbeit als Erfüllung sieht, trennt nicht mehr zwischen Arbeit und Leben. Und dazu gehört eben auch ein Urlaub.

Ein sehr von mir geschätzter Ort, gut erreichbar von Wien bzw. Linz, ist das Forsthaus Schloss Eschelberg von Veronika Lamprecht und Harald Koisser. Sie bieten nun auch einen Schreibtisch und mehr in ihrem Paradies an. An ein bis zwei Tagen können die herrlichen Räume mit Schlossatmosphäre für Flow-Arbeitstage genutzt werden. Ebenso die klärende, kräftigende Energie dieses für mich magischen Ortes.

Das ist ein Teil meines aktuellen (Aus)Zeit-Newsletters. Wer will, dass er künftig ins Postfach flattert, bitte um Mail an christa.langheiter@aon.at.

12 Jahre Auszeit

Ich bin ein Biografien-Junkie. ich liebe es, in fremden Leben nach Herausforderungen und Ressourcen zu stöbern. Hat jemand eine spannende Erfahrung gemacht und ein Buch darüber geschrieben, landet es mit Garantie irgendwann auf meinem Nachtkästchen.

Zuletzt fasziniert hat mich Miek Pots 12-jährige Erfahrung in einem Schweigekloster „In der Stille hörst du dich selbst“. Die Niederländerin wuchs im Wohlstand auf und führte ein stürmisches Studentinnenleben, bis sie sich entschloss, zum Lernen in ein Kloster zu gehen. Sie schreibt: „Die straffe Tagesordnung sorgte für Ruhe und gab mir überraschenderweise innerlich viel Raum. Blitzartig wurde mir klar, dass es nicht gleichbedeutend mit Freiheit ist, nur zu tun, wozu man Lust hat.“ Der Aufenthalt sollte eine einschneidende Erfahrung für sie werden, die sie nach dem Studium nicht mehr missen wollte. Nach 12 Jahren im Schweigekloster allerdings spürte sie, dass sie ihre Erfahrungen in einem weltlichen Leben integrieren möchte. Heute bietet sie Kontemplations-Workshops und Retreats an. www.miekpot.com
Das Buch ist eine sehr heiße Empfehlung für alle, die die Stille in sich suchen und gleichzeitig eine spannende Geschichte lesen wollen.