Buchtipp: Silicon Wahnsinn. Wie ich mal mit Schatzi auswanderte

„Ich bin ein grundpositiver Mensch. Auch wenn mein Optimismus und ich morgens nicht immer zur selben Zeit aus dem Bett finden. Es gibt sogar Tage, da verpassen wir uns ganz. Aber trotzdem schaffe ich es, irgendwie zu denken: Alles wird gut.“ Katja Kesslers Schreibstil finde ich saukomisch und macht das Buch zu einem Lesevergnügen. Und den erwähnten Optimismus braucht sie auch bei ihrem Abenteuer, für ein Jahr mit Mann und vier Kindern nach Amerika auszuwandern. Denn Schatzi hat dort einen Job. Schatzi-Frau auch, auch wenn es nicht die Zahnärztin in ihr ist, die bei dieser Spezial-Auszeit zum Einsatz kommt, sondern die Fulltime-Auswanderorganisatorin.

Was tun, wenn der Leasingvertrag für das Häuschen plötzlich 20.000 Dollar statt 2000 Dollar beträgt? („Wo kam plötzlich diese zusätzliche Null her? Die kommt ja nicht des Weges geschlendert und stellt sich zu den anderen wartenden Nullen ins Bushaltehäuschen.“)

Wie cool bleiben, wenn die Kids viel früher als erwartet in die Schule müssen und die Visaorganisation dem Schulzeitplan hinterherhinkt? („Jetzt ging das große Zittern los. Gut möglich, dass uns unser Visa-Gemischtwarenladen gleich um die Ohren flog. Der Preis für Zacki-Zackiauswandern.“)

Wie den Kids warmes Essen in der Schule ermöglichen, wenn der Caterer weder Schecks noch Bargeld, nur Schecks akzeptiert? („Ein amerikanisches Girokonto hatten wir nicht. Kriegt man auch nicht so ohne weiteres. Was für ein Bezahl-Neandertal. Das war ja gerade mal eine Stufe über Mehl und Eiern.“)

Conclusio: Für alle, die sich für ein Kurzzeit-Leben in USA interessieren, ein humorvolles und lehrreiches Buch. Selbst für Menschen wie mich, die keine USA-Gelüste haben, war das Buch äußerst spannend und kurzweilig zu lesen.