Zen und die Kunst zu arbeiten

Was ist Arbeit eigentlich? Und was bedeutet im Gegenzug arbeitsfrei? Als meine Auszeit-Phase im Park von einer Sekunde auf die andere vorbei war, hab ich Handarbeiten entworfen, Anleitungen geschrieben, recherchiert, Fotos gemacht und bearbeitet, Preise für E-Books festgelegt, Verkaufsplattformen gesucht. Als Arbeit habe ich es nicht empfunden. Dass es für dieses Tun keine äußere Notwendigkeit und keine Deadline gab, mag eine Begründung sein. Die andere liegt meiner Meinung nach im völligen Aufgehen in einer Sache, von der man gerade begeistert ist, in die man versunken ist.

Und da fiel mir Bernard Glasmans Buch „Anweisungen für den Koch“ gerade zur rechten Zeit in die Hände. Der Zen-Praktizierende verwendet dabei die Analogie des Kochens für die Zubereitung des Lebens-Mahls und damit auch der Arbeit. Ich fand diese Analogie großartig: welche Zutaten wählt man für sein Leben? Wie bereitet man sie zu? Wie macht man Feuer? Säubern nicht vergessen und den Tisch hübsch decken, sorgsam mit Ressourcen umgehen.
Dieses Zitat hatte es mir besonders angetan: „Wenn wir vollständig auf unsere Arbeit konzentriert sind, gibt es für uns kein Ziel. Wir denken oder sagen dann nicht: „Wann ist diese Arbeit zu Ende? Oder: Ich arbeite, um Geld zu verdienen. Wir arbeiten einfach und befinden uns dabei völlig im gegenwärtigen Augenblick. Bei dieser Art zu arbeiten vergeuden wir keine Energie, indem wir uns Sorgen darüber machen, was wir in der Vergangenheit eigentlich alles hätten tun sollen, oder darüber, was wir in der Zukunft alles tun könnten. Wenn wir so arbeiten, macht uns die Arbeit nicht müde, sonder wir gewinnen durch sie zusätzliche Energie und geistigen Frieden.
Ja, genau das hatte ich empfunden nach meiner Auszeitphase unterm Baum.