Sabbatical in der Wildnis Afrikas

Wer sich für eine längere berufliche Auszeit entscheidet, dem schwirren meist 1000 Fragen durch den Kopf. Die Frage der Fragen ist so gut wie immer: wie gestalte ich die Auszeit bestmöglich, denn schließlich hat man nicht alle Tage die Möglichkeit dazu. Ruhe, Abenteuer, Selbstverwirklichung, mehr Zeit für Familie, Buch schreiben …? Variationen gibt es zu Hauf. Gemeinsam ist ihnen meist der Wunsch nach Abstand zum gewohnten Leben. Und den bekommt man in der Ferne noch leichter. Daher zieht es viele AuszeitnehmerInnen ins Ausland, gern auch möglichst weit weg. Ganz auf sich gestellt wollen viele dann auch wieder nicht sein. Daher ist es gut, erfahrene professionelle Partner zu haben. So bietet etwas die Aachener Agentur NATUCATE die Gestaltung und Organisation von Sabbaticals in Verbindung mit dem freiwilligen Einsatz in Arten- und Naturschutzprojekten sowie der Teilnahme an naturnahen Weiterbildungskursen weltweit. Manche davon klingen naheliegend, manche weniger wie die einjährige Ausbildung zum Ranger/zur Rangerin inmitten der Wildnis Afrikas.

Die Agentur versichert mir jedenfalls auf Nachfrage, dass es zahlreiche AuszeitnehmerInnen gibt, die Jahr für Jahr das nötige Geld und viel Zeit aufbringen für diese spezielle Weiterbildung. Da darf die Auszeitberaterin in mir auch noch Türen in sich öffnen :-). Weiterlesen

Florale Auszeit

Foto: Rosel Eckstein, pixelio

Foto: Rosel Eckstein, pixelio

Vor kurzem hab ich mich näher mit der Amaryllis beschäftigt, da sie mich immer wieder zu wundersamen Blättereien (Blattessenz-Bilder) inspiriert. Und was les ich da?! Die königliche Pflanze blüht nur dann so phantastisch, wenn sie im Herbst für mehrere Monate nicht mehr gegossen wird und kühl und dunkel gestellt wird. Totaler Rückzug also, man könnte es auch Auszeit nennen :-).

Eine wunderbare Blütenpracht als Ergebnis einer Auszeit. Dieses Bild lässt sich sehr gut auf menschliche Auszeiten übertragen: während einer Auszeit scheint es manchmal, als ob die Dinge zum Stillstand kämen. Nichts Sichtbares passiert, langsam wird man ungeduldig. Die kostbare Auszeit und dann tümpelt man vor sich hin. An dem Punkt braucht es Vertrauen und Geduld. Und etwas Pflanzenwissen kann dabei hilfreich sein. Die Ruhe im Außen heißt nicht, dass nicht im Inneren magische Verwandlungen und wundersame Knospen vorbereitet werden. Die dann, wenn die Zeit reif ist, plötzlich in voller Pracht erblühen.

Buchtipp: Silicon Wahnsinn. Wie ich mal mit Schatzi auswanderte

„Ich bin ein grundpositiver Mensch. Auch wenn mein Optimismus und ich morgens nicht immer zur selben Zeit aus dem Bett finden. Es gibt sogar Tage, da verpassen wir uns ganz. Aber trotzdem schaffe ich es, irgendwie zu denken: Alles wird gut.“ Katja Kesslers Schreibstil finde ich saukomisch und macht das Buch zu einem Lesevergnügen. Und den erwähnten Optimismus braucht sie auch bei ihrem Abenteuer, für ein Jahr mit Mann und vier Kindern nach Amerika auszuwandern. Denn Schatzi hat dort einen Job. Schatzi-Frau auch, auch wenn es nicht die Zahnärztin in ihr ist, die bei dieser Spezial-Auszeit zum Einsatz kommt, sondern die Fulltime-Auswanderorganisatorin.

Was tun, wenn der Leasingvertrag für das Häuschen plötzlich 20.000 Dollar statt 2000 Dollar beträgt? („Wo kam plötzlich diese zusätzliche Null her? Die kommt ja nicht des Weges geschlendert und stellt sich zu den anderen wartenden Nullen ins Bushaltehäuschen.“)

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Da hat es Zoom gemacht: Auszeit im Schloss

lichtSCHALTER-name Manchmal können auch zwei Wochen fern des üblichen Lebens Auszeit-Charakter haben und sind nicht mehr einfach nur Urlaub. Normalerweise wehre ich mich ja gegen diese Bezeichnung für so kurze Ausstiege aus dem Alltag, aber meine eigene Auszeit mit einer hohen Dosis an Perspektivewechsel und Anstoß zu Veränderung hat mich eines Besseren belehrt.

Als ich das erste Mal die Schwelle des Schlossensemble Eschelberg im Mühlviertel überschritten hab,  hat es in der Sekunde zoom gemacht. Ich wusste mit 1000-prozentiger Sicherheit, hier will (ja, muss!) ich eine Auszeit machen, um meiner Künstlerinnen-Seele wieder zu begegnen. Es sind diese magischen Momente des inneren Wissens, wo es kein Zaudern und Zögern und Überlegen gibt und wo der Mut im Großpaket mitgeliefert wird, die einem im Leben nicht jeden Tag in den Schoß fallen. Aber wenn sie es tun, dann halleluja.  Dann ergießt sich die Wirkung in jede Zelle.
Hier ein Tagebuchauszug meiner 2-wöchigen Reise in die Langsamkeit, die von einer Woche Fasten verstärkt wurde.

  1. August 2015

Angekommen auf Schloss Eschelberg mit einem Koffer voller Möglichkeiten. Fastensäfte, Stoffe, Garne, Kamera, Notizbücher, Blumenpresse, zwei Augen und zwei Ohren.

So eine unglaublich starke Stille hier. Indoors funktionieren weder Handy noch Internet. Meine Gefühlslage dazu wechselt von Ah zu Oh. Hier ist dann wirklich nur Stille, keine Verbindung zu anderen. Wer ist hier, wenn nur ich bin?

  1. August

Sehr beschäftigt mit nichts. Ich verbringe meine Tage wie die Frauen früher: sticken, schreiben, Tee trinken, Haare bürsten, die Landschaft betrachten.

Draußen Wolken. Wie das mit dem Wetter wohl weitergeht? Ich kann im Internet nicht nachschauen. Ich muss mit dem Unberechenbaren, mit dem, was ist, zurechtkommen. Gut so im Grunde. Ich könnte es ja ohnehin nicht ändern, auch wenn ich wüsste, wie das Wetter wird. Spannend, sich dem Jetzt hinzugeben.

Es nützt nichts, aufs Handy zu schauen. Weiterlesen

Auszeit-Interview im Bestseller

Ich freu mich sehr über das schöne Interview im Bestseller, das Chefredakteurin Doris Rasshofer über meine Auszeitberatung gemacht hat. Sie ist eine wahre Pionierin und hat das Magazin neu positioniert. Es ist jetzt ein innovatives Zukunftsmagazin der neuen Wirtschaft. Ja, das brauchen wir. Danke, Doris.

Hier ist das Interview zum Nachlesen und Ausdrucken: 34-36_AuszeitManagement-Bestseller

Buchtipp: Ein Jahr in…

Auszeit: für viele bedeutet das, ein Jahr zu reisen. Auszeit von der Arbeit kann aber auch bedeuten, mal nicht die übliche Arbeit am üblichen Ort zu machen. Dazu gibt es eine ganz wunderbare Buchserie: „Ein Jahr in…“. Ich war damit schon in der Provence, Island und Paris. Man kann mit diesen Büchern herrlich vom Sofa aus in andere Welten eintauchen, und meist sind die Erfahrungsberichte auch recht köstlich geschrieben. Paris war bisher mein Favorit. Und ein Zitat daraus bringt auch die Motive so mancher Auszeit-Interessierter auf den Punkt:

„Es begann irgendwann kurz nach meinem 30. Geburtstag. Dieses kleine, nagende Gefühl, dass da doch noch etwas wäre. Warten würde. ‚Du spinnst‘, sagte Georg, mein Freund. ‚Dir geht’s einfach nur zu gut.‘ Womit er recht hatte, aber vielleicht war genau das der Punkt. Ich hatte einen passablen Job, einen netten Freund. Ich hatte Freunde und eine Wohnung mit Balkon und Wäschetrockner. Alles bewegte sich in eine Richtung, die bestimmt nicht verkehrt war. Und trotzdem. Was war mit dem großen Rest? Dem Abenteuer, der Möglichkeit, auch ein anderes Leben zu führen.“ (gekürztes Zitat aus: Ein Jahr in Paris. Reise in den Alltag. Von Silja Ukena)

Ich kauf nix: Finanzierung einer Auszeit

Wer eine Auszeit macht, kämpft auch häufig mit der Frage, ob das Geld wohl ausreicht. Ich finde es immer inspirierend, Bücher zu lesen von Menschen, die Alternativen zum üblichen Umgang mit Geld und Konsum suchen. Vielleicht ist das auch eine Möglichkeit, sich der Finanzierung einer Auszeit zu nähern.

Sehr spannend fand ich etwa das Buch von Nunu Koller „Ich kauf nix“. Ein Jahr lang hat sie keine neue Kleidung gekauft. In ihrem amüsanten Buch erzählt sie von ihrem Suchtverhalten und anderen Herausforderungen. Letztlich aber ist ihr das Kaufnixjahr gelungen und sie hat Kleidertauschpartys und die Lust am Selbermachen als Alternativen entdeckt.

Und meine persönliche Ergänzung zum Thema sind Tauschkreise wie Lets (Local exchange trading system), bei denen Waren oder Dienstleistungen in anderen Währungen wie Zeiteinheiten getauscht werden. Erstens kann man bargeldlos Einiges erstehen: von der Massage über Katzensitting bis Kleidung oder Bücher. Und zweitens ist es eine gute Möglichkeit, schlummernde Talente zu entdecken und zur Tauschwährung zu machen. Wer gut Marmelade einkocht, ist in Tauschkreisen ebenso willkommen wie Menschen mit Reparaturkenntnissen oder Sprachentalente und Ordnungsbegeisterte.

Auszeit und Arbeit

„Ein Schreibtisch im Paradies“ betitelt die New York Times treffenderweise ihren Artikel über einen neuen Trend, Urlaub und Arbeit zu verbinden. So genannte Coworking Camps oder Workation Retreats sprießen anscheinend gerade wie die sprichwörtlichen Schwammerl aus dem Boden, und zwar inmitten herrlicher Landschaften in Gran Canaria, Türkei oder auch außerhalb Berlins, um nur einige zu nennen. An inspirierenden Orten steht Infrastruktur zum Arbeiten zur Verfügung, ebenso wie Menschen zum Austauschen. Und Ruhe, um abzuschalten und sich zu entspannen.
Interessant finde ich diesen Trend, denn er verbindet die Welten, die à la longue verbunden gehören aus meiner Sicht. Denn wer seine Arbeit als Erfüllung sieht, trennt nicht mehr zwischen Arbeit und Leben. Und dazu gehört eben auch ein Urlaub.

Ein sehr von mir geschätzter Ort, gut erreichbar von Wien bzw. Linz, ist das Forsthaus Schloss Eschelberg von Veronika Lamprecht und Harald Koisser. Sie bieten nun auch einen Schreibtisch und mehr in ihrem Paradies an. An ein bis zwei Tagen können die herrlichen Räume mit Schlossatmosphäre für Flow-Arbeitstage genutzt werden. Ebenso die klärende, kräftigende Energie dieses für mich magischen Ortes.

Das ist ein Teil meines aktuellen (Aus)Zeit-Newsletters. Wer will, dass er künftig ins Postfach flattert, bitte um Mail an christa.langheiter@aon.at.

12 Jahre Auszeit

Ich bin ein Biografien-Junkie. ich liebe es, in fremden Leben nach Herausforderungen und Ressourcen zu stöbern. Hat jemand eine spannende Erfahrung gemacht und ein Buch darüber geschrieben, landet es mit Garantie irgendwann auf meinem Nachtkästchen.

Zuletzt fasziniert hat mich Miek Pots 12-jährige Erfahrung in einem Schweigekloster „In der Stille hörst du dich selbst“. Die Niederländerin wuchs im Wohlstand auf und führte ein stürmisches Studentinnenleben, bis sie sich entschloss, zum Lernen in ein Kloster zu gehen. Sie schreibt: „Die straffe Tagesordnung sorgte für Ruhe und gab mir überraschenderweise innerlich viel Raum. Blitzartig wurde mir klar, dass es nicht gleichbedeutend mit Freiheit ist, nur zu tun, wozu man Lust hat.“ Der Aufenthalt sollte eine einschneidende Erfahrung für sie werden, die sie nach dem Studium nicht mehr missen wollte. Nach 12 Jahren im Schweigekloster allerdings spürte sie, dass sie ihre Erfahrungen in einem weltlichen Leben integrieren möchte. Heute bietet sie Kontemplations-Workshops und Retreats an. www.miekpot.com
Das Buch ist eine sehr heiße Empfehlung für alle, die die Stille in sich suchen und gleichzeitig eine spannende Geschichte lesen wollen.

Ernten

Ernten ist das neue Zauberwort in meinem Leben. Das bedeutet, Vorhandenes, Umgesetztes wertzuschätzen und ausreichend sichtbar zu machen und nicht in kürzester Zeit schon am nächsten zu werken, sprich neue Samen zu säen. Kennt das jemand? Eine häufige Plage von Kreativen.

Hiermit wird geerntet! 🙂 Der jeweils aktuelle Newsletter wird daher ab sofort auch hier auf meiner Website abrufbar sein. Enjoy!